Brünn - Das Sudetenland- Unsere Städte

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Brünn

A-Br

Brünn
(Brno)
nach dem
Sudetenland- Lexikon

In fruchtbarer Gegend liegt am Zusammenflß von Schwarza und Zwitt die Stadt Brünn. Die Landeshauptstadt Mährens ist ein politisches, kulturelles und wirtschafliches Zentrum. Es war gleichzeitig Mittelpunkt einer deutschen Sprachinsel, wenngleich die Stadt

eine tschechische Mehrheit hatte. Ursprünglich aber war Brünn überwiegend deutsch. Im Jahre 1930 lebten in Brünn 52165 Deutsche (gesamt 246.925 Einwohner.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der Spielberg. Er trug bereits im 11. Jahrhundert auf seinem

Gipfel eine Burg. Hier lag der Sitz eines der vier mährischen Fürstentümer. Der Burgflecken erlangte durch die Besiedelung durch Deutsche und Wallonen bald an Bedeutung.
Das bereits 1243 verliehene deutsche Stadtrecht wurde durch

DerBrünner
Todesmarsch

Gedenktafel am
Altvaterturm

Ottokar II. und Wenzel II. noch erweitert. Von 1349 bis 1411 war der Spielberg dann Sitz der Markgrafen von Mähren. In der Hussitenzeit blieb Brünn König Sigismund treu; es wurde zwar durch die Taboriten belagert, aber nicht eingenommen. Für ihren Heldenmut erhielten die Brünner von Kaiser Ferdinand III. ein neues Wappen mit dem kaiserlichen Doppeladler. Nachdem Brünn bereits 1641 Sitz der politischen Landesverwaltung geworden war, wurde 1777 hier ein Bistum erri

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts begann der wirtschaftliche Aufschwung, der Brünn zu einer Industriemetropole machte. Die Nähe Wiens (125 km) vermittelte starke wirtschaftliche und kulturelle Impulse.

Nach der Schlacht bei Austerlitz weilte Napoleon I. in der Stadt.
Brünn bietet viele Sehenswürdigkeiten, vor allem Kirchen: Die Hallenkirche St. Jakob, den Dom St. Peter und Paul, die Dominikaner-, Kapuziner-, Minoriten und Augustinerkirche. Im dazugehörigen Kloster wirkte der Augustinerabt Gregor Mendel und machte im Klostergarten seine weltberühmten Kreuzungsversuche mit Erbsen und Bohnen. Dies führte zur Entdeckung der Vererbungsgesetze. Im ehemaligen Kloster ist das Mendelmuseum untergebracht.
Das gotische Rathus hat ein Portal von Meister Pilgram. Eine Renaissanceloggia im Hof offenbart den deutschen Bürgerstolz. Der Spielberg war eine Burg, Staatsgefängnis, Kaserne und Museum.
 

Brünn hatte viele formschöne Gebäude von großen, bedeutenden Architekten, darunter mehrere Palais und das Theater. In diesem wurde erstmals in Europa eine elektrische Beleuchtung angewandt. Das Theater trägt heute den Namen des Komponisten Leo Janaceks.
Reiche naturwissenschaftliche und volkskundliche Sammlungen hat das Mährische Landesmuseum, das 1816 gegründet ward.
Weltberühmt waren die Brünner Tuchmacher, die bis zuletzt in deutscher Hand waren. Brünner Tuch genoß den Ruf des "österreichischen Manchester". Es gab große Leinen- und Baumwollwebereien, Wirkwarenfabriken, Spinnereien, Maschinenfabriken, chemische Industrie, Papier- und Holzwarenerzeugung. Dazu kam der Handel mit Kohle, Obst, Gemüse und Getreide.
Brünn hatte 1930   264.925 Einwohner, davon 52.165 Deutsche.






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