Sudetendeutsche Landsmannschaft Bayreuth

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Das Maibaamfest


Der Anfang Mai im Hof eines Gasthauses aufgestellte Maibaum, eine Fichte,deeren Stamm geschält war und dessen Spitze abgesägt wurde, mit bunten Tüchern geprofessionelle Holzfäller.geschmückt war, wurde im Laufe des Monats Mai gefällt.  Das "Maibaamabschneidn" (Maibaum abschneiden- fällen) war eine weitverbreitete Sitte; verschiedene Vereine wechselten als Veranstalter. In der regel begann das Fest mit dem Volkstanz um den Maibaum. Danach erschienen die "Holzmocher" (Holzmacher, Holzfäller)meistens bekannte Spaßvögel, vermummt mit Flachsbärten; sie waren natürlich professionelle Holzfäller. Auf dem Rücken trugen sie die "Krax", ein Gestell, auf dem das entsprechende werkzeug und die Verpflegung befördert wurden.Eine Säge aus Holz mußte zuerst ihre Zahnung verlieren. Zusammen mit einem Förster und der "Quorkfraa", ein verkleideter Mann,der die Brotzeit zu bringen hatte, brachten sie mit ihren Späßen die vielen Schaulustigen in recht Volksfeststimmung. Schließlich und endlich wurde dann der Baum gefällt. Die Spitze wurde nun abgesägt und unter denKlängen der Kapelle in den Gasthaus gebracht. Nachsem noch frische Tüchlein angebracht wurden, begann der Maitanz; der Baumstamm wurde versteigert.Für die Kinder gab es, wohl nicht immer, Ringelspiel und Schaukel, aber in der regel Süßigkeiten in den Verkaufsständen, die auch ander Dinde mi anboten. Kleinere Maibäume wurden von den anderen Buben vor dem Elternhaus aufgestellt, wobei jeder insgeheim hoffte, den höchsten Maibaum aufgestellt zu haben.
Adolf Sachs +
Maibaumfällen in Türmaul

Aus Türmaul, mundartlich "Termel", kommt der Bericht zum Wonnemonat Mai. Meist das Aufstellen des Maibaumes das Spektakel für den 1. Mai. Im Erzgebirge ist es das Fällen des Maibaumes.
    

E Gaudi wor immer das Maibaamfälln in Termel. Am 30. April hom sn aufgstellt. Ghullt hom se den Baam in`Aubochtool zum Schofteich noch Göttersdorf. Do stondn de schenstn Fichtn, schlonk un huuch.Aufgstellt hot´n de Feierwehr vorm Gosthaus, mit schtonge gschum un mit`n strick vom Tonzsoolfefenster gzugn.
An en Sunntich hom sen gfällt. Zwa Holzfäller kumme de Stroß runner, aaner soß in Hondwogn un knollte on Bernbaam bein Kriegerdenkmol.Dr onnere is schimpfend hinnerhergronnt.Dann kom dr Föschter, sens Gwandl und ner echtn Flint, un de Pfeif in Maul. Der fährt zeerscht zun Maibaam.On den ham se e Kuckkucksuhr oogebrocht. Die kunnt ower net gehe, denn do drin hom de Taum gebrit. Die flugn zen Hofmann korl sen Haus, do wußt a jeder wu se herworn.
Dann kom de Quorkfraa mit en Kinnerwogn, do soß es klaaner Gung drin; der mußt feste brilln. De Fraa hotte wol Quork mit ower ka Brot. Do hom se den Quork rumgschmissn un de Leit mocht´n erscht mol Reißaus.
Jetz mußt ersch mol ausgmessn wern, wie long der Baam is, des den Schmied sei Beschlogheisl net kaputtgeht. (I wills korz mochn.)
Noch´n Fälln hom se de Spitz obgschnittn un de junge Maad, ower echte Jungfraun, hom de Spitz in nen Tonzsool getrogn.Dort nei bi ich net kumme, denn ich wor noch zu jung un in Kriech gobs kan Tonz.
Unner Dorfteich wor net gruß, ower er hot e Staumauer ghot. Aamol hottn de Musiker noch`n Tonz (es wor sicher e Wett) den Maibaam uwern Teich glecht un wolltn musiziererend diber laafn.Heit socht mer Promille, domols worn`s bsuffn. Am Oofong vuom Stomm gings nuch gut, obber in de Mitt wors aus. Wies ausging waas i net. Weil mei Mama kom un die gob mir a poor afn Hinnern. Iich als klaaner Gung stond in Nochthem un borfissig af de Stroß.
Der Merten Rud.
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